Philipp Dangas: Ein Beitrag zur Gleichstellung von Menschen

Ethisches Webdesign, ein Beleg für Qualität und Humanismus.

Einleitung

Ethik leitet sich vom griechischen Wort ήθος = ethos (Brauch, Sitte, Gewohnheit) ab. Sie bezeichnet den Charakter einer Person, den Geist einer Gruppe, die Moral eines künstlerischen Werkes. Sie ist einerseits eine Wissenschaft mit normativer Dimension und anderseits (sollte sie) ein fester Bestandteil im Berufsleben eines jeden verantwortungsvollen Webdesigners ( wie z.B.: ), wenn es darum geht Entscheidungen zu fällen.

Beitrag

„Gut“ und „Richtig“ sind Worte, die jeder Websigner für seine Entscheidungen gerne beansprucht. Tatsache ist, dass wir „richtig“ und „gut“ aus unseren Wertvorstellungen, Überzeugungen und Er­fahrungen heraus interpretieren. Es ist somit nicht erstaunlich, dass die Werte und Normen, die Moral von einzelnen Gestaltern aber auch Gruppen nicht problemlos auf die gesamte Websign-Community übertragen werden können.

Die Ethik hilft Werte und Normen aus der Distanz zu betrachten und im „hin und her gehenden Gespräch“ ein allgemeingültiges Richtmass zu erarbeiten. Im Allgemeinen - und vor allem in Konfliktfällen - fördert die BITV (welche mit die Basis bilden sollte, bei der Gestaltung einer Webpräsenz) die Kooperation statt die Konfrontation.

Sie eröffnet den Weg zu einer interessengerechten und zukunftsweisenden Lösung des Problems. Die Einhaltung der BITV ist angewandte Ethik. Sie kann weder Patentlösungen aus dem Hut zaubern noch steht sie für das „gute Gewissen“.

Ihre Aufgabe ist es in erster Linie, dem Websigner bei der Analyse und Bewertung seiner Arbeit zu unterstützen. Anderslautende Vorschläge müssen auch in Betracht gezogen werden, nur so kann die, unter ethischen Gesichtpunkten, bestmögliche Lösung, für den barrierefreien Web-Auftritt gefunden werden.

Ebenen des ethischen Urteils

  1. Problembeschreibung:
    • Welche sind die strittigen Punkte?
    • Wie lassen sie sich abgrenzen?
    • Wer hat welche Interessen?
  2. Situationsanalyse:
    • Welche Gesetze, Verpflichtungen und Erwartungen müssen berücksichtigt werden?
    • Ermöglicht die Beschreibung der Situation eine gemeinsame Ansicht „von aussen“?
  3. Wertebeurteilung:
    • Welche moralischen Werte und Normen sind besonders wichtig?
    • Welche sind verallgemeinerungsfähig?
    • Welche wollen wir als Leitbild festlegen?
  4. Handlungsoptionen:
    • Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es (auch unausführbare und nicht wünschens­werte)?
    • Welche lassen sich realisieren?
    • Wie stehen sie zu den vereinbarten Werten?
  5. Entscheidung:
    • Unter Berücksichtigung der Situation, der vereinbarten Werte und der Folgen des Handelns wird eine begründete Rangordnung der Handlungsmöglichkeiten aufgestellt.
  6. Überprüfen:
    • Kann die gewählte Handlungsmöglichkeit umgesetzt werden?
    • Ist die Begründung plausibel?
    • Wurden alle Faktoren berücksichtigt?
    • Sind keine illegitimen Interessen im Spiel?

Zusammenfassung

Die Gestaltung eines Web-Auftritts unter ethischen Gesichtpunkten hift allen Nutzerinnen und Nutzern beim Zugang zu den Inhalten von Web-Auftritte. Darüber hinaus gibt es spezifische Gruppen, die hiervon besonders profitieren. Hierzu zählen neben Menschen mit niedriger Bildung oder einer anderen Muttersprache insbesondere Menschen mit kognitiven unebeneinheiten oder einer Hörschädigung. Was letzt endlich ein Beleg für Qualität und Humanismus ist.